Ein neugieriger Blick in die schon fast vergessene Zeit der Antike öffnet der Gegenwart einen weiten Winkel. Wer im Jahre 399 v. Christus die Staatsgötter verspottete, endete mit dem Tod. Angekommen im Jahr 2020 endet es mit Rufmord.

Den Zeitgeist kennzeichnet heute wie damals, dass zwei diametral entgegengesetzte Auffassungen miteinander schmerzlich kollidieren.

Zurückgeblickt ins griechische Athen begegnen wir dem legendären Sokrates. Er muss ausgesehen haben wie „eine Krabbe“ – mit kahlem Kopf und Rauschebart, trug er stets denselben verschlissenen Umhang und lief das gesamte Jahr barfuß. Sein Leben war geprägt von unerbittlichem Forschen nach der Wahrheit. Von ihm stammt der Ausspruch „Ich weiß, dass ich nichts weiß“ und so sprach er die absolute Weisheit nur der göttlichen Lebensenergie zu. Das was er zu wissen glaubte, stand stets zur Disposition. Eine Eigenart von ihm war, unentwegt fremde Menschen anzusprechen und sie durch Fragen und Denkspiele zum Reflektieren anzuregen. Er stellte Glaubenssätze in Frage von deren Vernünftigkeit man kollektiv überzeugt war. Er suchte nach situativen Zusammenhängen in denen sich die Aussage falsch oder ungenau darstellte und gab seinem Publikum die Möglichkeit ihr Denken zu erweitern. Sokrates soll gesagt haben, er übe die Kunst seines Vaters, eines Bildhauers, in dem er den Menschen Form zu geben versuche, und er lasse sie wie seine Mutter, eine Hebamme, Erkenntnisse gebären.

Sokrates Dialektik polarisierte ebenso heftig wie der heutige Systemkritiker. Jemand der sich auf den Marktplatz stellt und einen korrumpierten Staat kritisiert war ein ebenso ein rotes Tuch für die etablierten Mächte, wie der heutige Querdenker.

Das Wirken des heutigen „Verschwörungstheoretikers“ ist ebenso ein unerträglicher Appell an den Status Quo globaler Machtstrukturen und der gesellschaftlichen Konventionen, an unser Gewissen und unserer Moral. Es ist ein Drängen zur Weiterentwicklung der anerkannten Wahrheit, ein unbequemes Drängen nach neuen Fragestellungen zu rufen, hin zu einer Überwindung der geistigen Fügsamkeit.

Ein Philosoph ist nicht der, der die Weisheit kennt, sondern der – der sie sucht. Konstruktiv, von dienlicher Natur, neutral und respektvoll.

Socrates – «Know Nothing» Unisex Premium T-Shirt

SHOP NOW: https://the-philosophers-shirt.com/?ref=6pl3hxnh3uoc

COMMUNIKATE Gutscheincode: https://the-philosophers-shirt.com/discount/COMMUNIKATE

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

de_CH